„Der Kloß wird weggespült“: Starkes Zeichen gegen Gewalt in Schwarmstedt
Schwarmstedt. Es ist eine beeindruckende Bilanz: Seit zwölf Jahren ist die Theaterpädagogische Werkstatt aus Osnabrück regelmäßig in Schwarmstedt zu Gast. In dieser Zeit wurden bereits etwa 1.650 Kinder erreicht. Kürzlich war es wieder so weit: In den vierten Klassen der Grundschulen stand das Präventionsprojekt „Mein Körper gehört mir“ auf dem Stundenplan. Mehr als 150 Schülerinnen und Schüler lernten dabei, auf ihre innere Stimme zu hören.
Im Kern des interaktiven Theaterstücks geht es darum, Kinder für ihre eigenen Gefühle zu sensibilisieren und sie so vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Die Kinder fanden im Austausch mit den Darstellern klare Worte für schwierige Situationen. Auf die Frage, wie sich ein sogenanntes „Nein-Gefühl“ äußert, antworteten sie: „Es fühlt sich schwer an. Man ist traurig, ängstlich, man hat einen Kloß im Hals.“
Ein Junge brachte den Kern des Projekts – das Sprechen über Erlebtes – auf den Punkt: Wenn man sich jemandem anvertraut, werde dieser „Kloß im Hals einfach weggespült“.
Um den Kindern im Alltag Orientierung zu bieten, gibt das Projekt ihnen drei zentrale Leitfragen an die Hand: Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl? Weiß jemand, wo ich bin? Bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche?
Diese einfachen Checkpoints helfen den Kindern, Situationen besser einzuschätzen und im Zweifelsfall mutig Grenzen zu setzen.
Dass diese Arbeit wirkt, bestätigt auch die begleitende Präventionsfachkraft der Samtgemeinde Schwarmstedt Nicole Mittelstaedt. Über die Jahre lasse sich eine positive Entwicklung beobachten: Während es Kindern früher oft schwerfiel, Emotionen und Gefühle überhaupt zu benennen, sind sie heute deutlich sicherer darin, Ja- und Nein-Gefühle zu erkennen, ihre Grenzen zu erkennen und sich aktiv Hilfe zu suchen.
Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. In der Samtgemeinde Schwarmstedt wird das Fundament für ein selbstbestimmtes Aufwachsen schon früh gelegt – unter anderem mit Programmen wie „Die große Nein-Tonne“ oder „Nein heißt Nein“ im Kindergartenalter, berichtet Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs.
Erstmals fand der begleitende Elternabend in diesem Jahr online statt. Das neue Format stieß auf positive Resonanz: Rund 30 Eltern nutzten die Gelegenheit, sich bequem von zu Hause aus zu informieren und wertvolle Tipps für die Kommunikation mit ihren Kindern zu erhalten.
Ein Projekt dieser Größenordnung benötigt Unterstützung. Ermöglicht wurde die Durchführung sowie der Elternabend durch die finanzielle Förderung des Präventionsrates der Samtgemeinde Schwarmstedt e.V., des Kreispräventionsrates Heidekreis sowie der Postcode Lotterie und in Teilen von der Sparda-Bank Hannover.
Das Fazit nach den Aufführungen bleibt eindeutig: Ein Projekt, das Kinder darin bestärkt, auf ihr Bauchgefühl zu hören und die eigene Stimme zu nutzen, ist eine unverzichtbare Investition in die Sicherheit der Kleinsten.
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